Microsoft startet neues Lizenzsystem
Das neue Lizenzmodell von Microsoft für Geschäftskunden firmiert unter dem Namen "Volume Licensing 6.0". Dahinter verbirgt sich im wesentlichen, dass die Unternehmen quasi gezwungen werden, künftig jedes Update automatisch mitzumachen. Wer also seine abgeschriebene Software ein paar Jahre länger benutzt, der muss bei seinem nächsten Upgrade mit einem kräftigen Aufschlag rechnen. Eine beunruhigende Vorstellung, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Denn zu den Anschaffungskosten kommen in der Regeln noch Kosten für Integration und Schulungen der Mitarbeiter hinzu.
Berechnungen der Gartner Group zufolge erhöhen sich die Kosten für die Nutzung Microsoft Office in vier Jahren um 68-107 Prozent – je nach Unternehmensgröße und Vereinbarung. Gut 90 Prozent der Unternehmen, die bereits eine Kostenanalyse durchgeführt haben, rechnen mit Mehrausgaben durch das neue Lizenzmodell.
Bis 31.07.2002 hatten die Unternehmen Zeit sich zu entscheiden, ob sie an dem neuen Lizenzmodell teilnehmen wollen oder nicht. Dieser Stichtag wurde bereits um 15 Monate verschoben, weil viele Kunden von der Komplexität des Modell schlichtweg überfordert sind. Einer Umfrage des Software-Integrationsunternehmens Sunbelt zufolge geben 22 Prozent der Befragten an, Bedingungen, Kosten und Nutzen vollständig zu verstehen. 45 Prozent erklärten sich einigermaßen informiert und 24 Prozent räumten ein, das Modell nicht zu verstehen.
Möglich und durchsetzbar wurde dieses Lizenzmodell durch das Internet und die .NET-Strategie von Microsoft. Dabei werden Programmkomponenten und Services nicht mehr ausschließlich auf dem eigenen PC ausgeführt, sondern sind mit dem Internet verbunden. Somit ist es leicht möglich, Kunden von der Nutzung der Software auszusperren.
Sollte Microsoft das neue Lizenzmodell durchsetzen können, so werden bald andere Softwarehersteller mit ähnlichen Preismodellen nachziehen.
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01.08.2002 0