Verkaufsverbot von Microsoft Word bestätigt
In einem Berufungsverfahren um die Verwendung bestimmter XML-Komponenten in der Textverarbeitung Microsoft Office Word wurde das Urteil aus den vorherigen Instanzen bestätigt. Darin wurde Microsoft zu einer Geldstrafe von 290 Millionen US-Dollar und einem Verkaufsverbot von Microsoft Office Word mit XML verurteilt.
Hintergrund dieses Urteils ist ein Patentstreit zwischen Microsoft und der kanadischen Firma i4i. Die Gerichte sahen es als erwiesen an, das patentrechtlich geschützte Komponenten von i4i in den XML-Komponenten von Microsoft Office Word verwendet wurden. Microsoft Office Word darf damit nur noch ohne die XML-Komponenten verkauft werden. Betroffen von diesem Urteil sind die Versionen Word 2003, Word 2007 und die noch in diesem Jahr erscheinende Version Word 2010. Da Microsoft Office Word ein Bestandteil von allen Microsoft Office-Editionen ist, kommt dieses Urteil praktisch einem Verkaufsverbot für alle Office-Pakete gleich.
Microsoft liefert Word mittlerweile ohne XML aus, um so dem Verkaufsverbot zu entgehen, das seit Januar rechtskräftig ist. Auch Microsoft Office 2010 soll ohne XML ausgeliefert werden. Die letzte Möglichkeit, das Verkaufsverbot doch noch aufzuheben, wäre eine Berufung vor dem Obersten Gericht der USA. Microsoft prüft derzeit alle verfügbaren Optionen.
06.04.2010 0